Die Kunst der Entscheidung – Seite 1

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Wie können wir diese Kunst wiedererlangen? Worauf sollte man hören: Auf das eigene Bauchgefühl oder auf den Verstand? Wir zeit online entscheidungen treffen mit besonderen Experten auf diesem Gebiet: Mit einem Psychologen, einer Tennisspielerin, einem Manager — und einem Chirurgen.

Lieber einer, der sich endlich mal entscheiden will,

OktoberUhr editiert am OktoberUhr 1 Kommentar Doktor med. Thomas Krebs hat sich entschieden. Vor ihm liegt ein zehnjähriger Junge mit einem ausgedehnten Unterbauchtumor.

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Der Chirurg muss ihn entfernen. Endlich dringt er zur Wucherung vor, die zeit online entscheidungen treffen vor der Wirbelsäule im Unterbauch ausgebreitet hat.

Was soll Krebs machen? Ein falscher Schnitt, ein falscher Entschluss — und der Junge leidet lebenslang an den Folgen des Eingriffs. Wenn er sich gegen die Fortsetzung des Eingriffs bekanntschaften kostenlos, wächst der Tumor ungebremst weiter, und das Leben des Jungen ist gefährdet. Wenn in Krebs die Erkenntnis reife, dass der Eingriff trotz der Tumorentfernung zu keiner Verbesserung der Lebensqualität des Jungen führe, "dann muss ich abbrechen", sagt Krebs.

Das würde bedeuten, dass der Junge nicht mehr geheilt werden könne.

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Sollte der Junge den Eingriff und das Tumorleiden überstehen, wird er wieder operiert werden müssen. Nach 16 Stunden liegt der Junge auf der Intensivstation.

Pfeil nach rechts Borchers: Philosophen beschäftigen sich schon seit der Antike mit der Frage, wie und warum wir Entscheidungen fällen.

Thomas Krebs sitzt in seinem Büro, der Adrenalinschub weicht der Müdigkeit. Das Telefon klingelt: Ein Bein des Jungen ist eiskalt.

Entscheidungen: Chefs sollten Mitarbeiter entscheiden lassen | ZEIT ONLINE

Es wird nicht mehr durchblutet. Krebs stürmt zurück in den OP. Mittlerweile ist es zwei Zeit online entscheidungen treffen nachts. Um acht Uhr morgens hatte er angefangen.

Wieder öffnet das Team die Bauchdecke, arbeitet sich bis zur operierten Stelle vor: Eine der Prothesen ist verstopft. Was jetzt? Wieder eine Entscheidung, die schwerwiegende Konsequenzen für den Jungen hat.

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Es hilft nichts. Das Team fertigt neue Prothesen an und setzt sie ein.

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Manche Kollegen des OP-Teams seien mindestens so erfahren wie er. Trotzdem zeit online entscheidungen treffen jede Entscheidung als hauptverantwortlicher Operateur eine einsame.

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Was gibt ihm den Mut? Krebs lächelt.

Der Tumor war klein, doch die Folgen waren tragisch: Aus dem tüchtigen Mann war ein chronischer Zögerer geworden. Er hing stundenlang am Autoradio, weil er sich nicht für einen Sender entscheiden konnte. Er konnte kein Wort schreiben, wenn ein schwarzer und ein blauer Stift zur Wahl standen. Elliot war alltagsuntauglich geworden.

Das Kind. Absichern kann er sich nicht. Und er muss sie fokussiert umsetzen, ohne ständig nachzudenken: War das jetzt richtig? Hätte ich das auch später machen können?

Entscheidungen: Handeldefizit | ZEITmagazin

Hätte ich eine andere Technik anwenden, ein anderes Team einsetzen müssen? Das lähmt sonst den erfolgreichen Fortgang. Hier zeit online entscheidungen treffen Sie die gesamte Ausgabe lesen. Krebs hat sich entschieden, mit dem ZEITmagazin zu reden, weil er in seinem Umfeld eine gesellschaftliche Entwicklung beobachtet: "Es scheint in den nachfolgenden Generationen immer weniger Menschen zu geben, die Freude daran haben, Führungsaufgaben mit Entscheidungsverantwortung zu übernehmen: Viele der jüngeren Ärzte wollen keine eigene Praxis aufmachen, leitende Positionen mit Endverantwortung in Klinken sind heute erheblich seltener ein Karriereziel.

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Hier nutzt er das Wissen aus Psychologie, Verhaltensökonomie und Data-Science, um Rahmenbedingungen für gute Entscheidungen zu schaffen und Organisationen messbar erfolgreicher zu machen. Die Forschungsarbeit ist interdisziplinär angelegt und setzt sich aus den Fachrichtungen Ökonomie, Informatik, Psychologie, Mathematik, Anthropologie und Biologie zusammen. Die klassische Kognitionswissenschaft stützt sich bei der Frage, wie Menschen Entscheidungen treffen, auf Logik und Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Professor Gigerenzers Forschungsansatz geht hingegen von der Ausformung einer "Strategie ökologischer Rationalität" aus, die auch emotionale und soziale Komponenten beinhaltet: Entscheidungen müssen an konkreten Umweltsituationen und spezifischen Problemlagen gemessen werden und können nicht einfach auf andere Situationen übertragen werden.

Gigerenzer und sein Forschungsteam arbeiten in diesem Zusammenhang sowohl an Grundlagenfragen als auch an angewandten Problemen. So hat sich beispielsweise im Bereich Arzt-Patienten-Kommunikation gezeigt, dass die übliche Darstellung von Behandlungsrisiken in Form von Wahrscheinlichkeiten oft zu schwerwiegenden Missverständnissen führte.

Gigerenzers Forschung will dazu beitragen, solche Fehleinschätzungen zeit online entscheidungen treffen vermeiden. Jemand wie Krebs ist mittlerweile eine Ausnahme. Denn ein weiteres Problem ist defensives Entscheiden.

Neunzig Prozent der amerikanischen Ärzte verweigerten sich "aktiven Entscheidungen", sagt Gigerenzer, sie reagieren, anstatt zu agieren.