Pater Wichmann...

...lädt zu einem Rundgang durch die Klosterkirche ein


Kirchenrundgang mit Pater Wichmann

Wir betreten die Klosterkirche und erblicken den Chorraum mit Ausstattung. Der vierjochige Chor - um zwei Stufen gegenüber dem Langhaus erhöht - hat die Breite des Mittelschiffes und endet in sieben Seiten des Zwölfecks. Die Polygonecken sind mit einzelnen Runddiensten besetzt, die bis zum Boden reichen, wohingegen die Gewölbedienste im Langchor wegen des hier ehemals aufgestellten Chorgestühls auf Konsolen enden.

Der Altar, ein großes Sandsteinretabel, geschaffen gegen Ende des 14. Jahrhunderts, zeigt in zwei Zonen übereinander Reliefszenen aus dem Leben Christi.

Von links unten beginnend sind dargestellt: Die Anbetung der Könige, die Kreuzigung Christi und die Geburt Christi, in der oberen Reihe sieht man von links: Die Darstellung im Tempel, die Krönung Mariä und die Auferstehung Christi. In seiner Art ist dieses Retabel in der Mark einzigartig.

Vier von ursprünglich sechs Sandsteinreliefs, sind heute in die Wände unterhalb der Fenster des Chorpolygons eingefügt. Sie stammen vom Ende des 14. Jahrhunderts und zeigen eine Pietà mit Stifterfigur, eine Kreuzigungsgruppe mit Sonne und Mond, eine Marienkrönung sowie Christus (?) mit Kelch und zwei Heiligen.

Die farbigen Glasfenster der Kirche schuf die aus Neuruppin stammende Gisela Heyner (1911-1989) im Jahre 1958. Die Fenster des Chorpolygons zeigen eine Darstellung des Jüngsten Gerichts nach der Offenbarung des Johannes.

In der Priesternische im Chor befindet sich die Sandsteinfigur eines Dominikaners, des sogenannten Pater Wichmann aus der Zeit um 1370/80.

Weiterhin ist im Chor eine kleine Pietà aus Sandstein aufgestellt, die in das zweite Viertel des 15. Jahrhunderts datiert wird.

In einer spitzbogigen Nische an der südöstlichen Chorwand stehen zwei Holzfiguren, Maria und Johannes (1460-1470).

Aus der Kapelle des Siechen-Hospitals St. Lazarus zu Neuruppin stammt ein geschnitzter Kruzifixus (1500).

Die hölzerne Kanzel wurde 1839 - 1842 von dem Neuruppiner Tischlermeister Wilhelm Fritzsche geschaffen.

An die fensterlose Südostwand sind im zweiten und dritten Chorjoch Schriftfelder gemalt. Die Inschrift im zweiten Joch erinnert an die Funktion der Klosterkirche als Grablege der Grafen von Lindow, Herren zu Ruppin, und nennt die hier bestatteten Mitglieder dieses Geschlechtes. Die Inschrift im Feld des folgenden Joches bezieht sich auf die Übergabe des Kirchengebäudes an die Stadt im Jahre 1564 durch Kurfürst Joachim II.

Gegenüber der Kanzel wurde eine neue Orgel der Fa. Sauer (Frankfurt/Oder) aufgestellt, die am 12. April 1984 eingeweiht wurde.

Ein Gemälde in der Sakristei von Ismael Gentz (1862-1914) erinnert an die feierliche Einweihung der beiden Kirchtürme im Jahre 1908.

Im südöstlichen Nebenschiff befinden sich zwei Portraitgemälde der Reformatoren Martin Luther und Philipp Melanchthon, die 1699 der Kirchengemeinde geschenkt wurden.

Die Fenster im Hauptschiff der Kirche stellen die Werke der Barmherzigkeit dar.

Über dem Hauptportal der Klosterkirche befindet sich eine von Karl Friedrich von Schinkel entworfene Fensterrose.

Das sogenannte Nagelkreuz ist ein Geschenk der Kathedrale von Coventry in England. Coventry wurde im Jahr 1940 durch deutsche Bomben zerstört. Die Überreste der Zerstörung sind ein Symbol der Vergebung, der Versöhnung und des Neuanfangs.

An der Stelle der jetzigen Winterkirche befand sich die neugotische Orgelempore.

Im zweiten Mittelschiffsjoch befindet sich eine Gewölbemalerei - Maus jagt eine Ratte -

Grundriss der Kirche

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